Workcamps zum Schutze der Vogelhallig Norderoog
Die Hallig Norderoog im Nordfriesischen Wattenmeer ist einer der wenigen Orte, an dem Seevögel noch ungestört brüten können. Doch auch dieser letzte Rückzugsort ist bedroht. Sturmfluten und Eisgang lassen die Fläche der Hallig, die rund 25 Kilometer vor der Festlandküste liegt, stetig schrumpfen. Nur umfangreiche Befestigungs- und Uferschutzmaßnahmen können verhindern, dass sie endgültig im Meer versinkt.Freiwilllige vor!
Norderoog ist seit 1909 im Privatbesitz des Vereins Jordsand, der sich besonders für den Vogelschutz im Wattenmeer einsetzt. Seit den siebziger Jahren schickt er in jedem Sommer vier Workcamps à 20 Personen nach Norderoog, um die Hallig vor dem Verschwinden in der Nordsee zu bewahren. Rund 100 jugendliche Freiwillige tragen alljährlich einen großen Teil dazu bei, dass die Hallig ihre jetzige Größe von etwa 10 ha halten kann. Im Rahmen der Befestigungs- und Uferschutzmaßnahmen bessern sie zum Beispiel die 1977 errichtete Steinkante an der Westspitze der Hallig aus und erneuern die so genannten Lahnungen - doppelte Holzpflockreihen mit dazwischengeschnürten Sträuchern, die rund um die Hallig bei Sturm den Angriff der See abschwächen sollen.Norderoog gehört den Vögeln
Die Hallig liegt in der Schutzzone I des Nationalparks "Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" und darf nur im Rahmen offiziell geführter Wattwanderungen betreten werden. Denn Norderoog gehört den Vögel und das soll auch so bleiben. Zwischen 2.200 und 5.000 Brutpaare der gefährdeten und extrem störungsempfindlichen Brandseeschwalbe brüten hier seit über 100 Jahren. Aber auch Küsten- und Flussseeschwalben, sowie Rotschenkel, Mittelsäger und verschiedene Möwenarten kehren Jahr für Jahr wieder auf die Hallig zurück um ihre Jungen großzuziehen.Naturschutz hautnah
Um den Lebensraum der gefährdeten Tierarten auch in Zukunft zu sichern, setzt der Verein Jordsee seit Jahren auf den Einsatz der vielen freiwilligen Helfer. Die Arbeit auf der Hallig ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Inmitten der rauen Nordsee bestimmen Ebbe und Flut den Tagesrhythmus. Gearbeitet wird bei fast jedem Wetter und wer sich nach einem Tag im Watt auf eine heiße Dusche freut, wird leider enttäuscht. Denn neben Strom und Internet muss man auf der Insel auch auf komfortable sanitäre Anlagen verzichten. Wen das nicht stört, der kann sich allerdings auf ein außergewöhnliches Outdoor-Erlebnis gefasst machen.Weitere Infos zu Vogelhallig Norderoog und den Workcamps finden Sie unter www.jordsand.eu.
Das Projekt "Vogelhallig Norderoog" wird von Kaikkialla mit Ausrüstung unterstützt.
