Allein unter Bären: David Bittner
Der Schweizer Biologe David Bittner verbringt jedes Jahr mehrere Wochen auf Kodiak Island um Bären zu beobachten. Kodiak Island ist die größte Insel im Kodiak-Archipel vor Alaska. Hier gibt es reichlich Futter, deshalb werden die Braunbären auf dieser Insel auch besonders groß. Ein ausgewachsenes Männchen wiegt rund 800 Kilo und misst knapp vier Meter wenn es auf seinen Hinterbeinen steht!
Bären und Lachse
Wenn David Bittner ehrlich ist, so war es nicht sein Interesse an den Bären, das ihn nach Kodiak Island lockte. Eigentlich waren es die Lachse. Doch wo es Lachse gibt, da sind auch Bären nicht weit und so war es unvermeidlich dass der Biologe auch irgendwann mit den einheimischen Kodiak-Bären Bekanntschaft machen würde. Die erste Begegnung war allerdings alles anderes als angenehm.
"Hey bear, go away!"
Eine Grundregel fürs Überleben in der Wildnis lautet: Mach Dich bemerkbar. Denn lautes Rufen vertreibt die von Natur aus eher scheuen Tiere. Doch wenn man genau das vergisst, kann es gefährlich werden. Wie gefährlich, das musste David Bittner am eigenen Leib erfahren. Eines Abends überraschte er eine Bärenmutter samt Nachwuchs hinter einem Felsen. Die Bärin fühlte sich bedroht, rannte auf ihn los und warf ihn zu Boden. David Bittner blieb regungslos liegen und stellte sich tot. Es war seine einzige Chance zu überleben.
Allein unter Bären
Die Begegnung mit der Bärenmutter war ein einschneidendes Erlebnis und nach dem ersten Schock blieb nur noch die Faszination. David Bittner wollte mehr über die Tiere erfahren. Wie leben sie? Wie überleben sie? Wie funktioniert ihr Zusammenleben? Diese Fragen beschäftigen ihn nun schon seit einigen Jahren. Auf Kodiak Island versucht er die Antworten zu finden. Allein - und in unmittelbarer Nachbarschaft der Bären.
Forschungsarbeiten oder Outdoor-Abenteuer?
Dabei geht er nicht nur mit den Tieren auf Tuchfühlung, sondern auch mit der Natur. Wochenlang ist er in seinem kleinen Camp von der Außenwelt abgeschnitten. Er lebt hauptsächlich von Fisch und erkundet die Gegend in seinem Kajak. Die Forschungsarbeiten sind ein richtiges Outdoor-Abenteuer, doch für David Bittner ist das nichts Neues. Wie man sich in der Wildnis zurechtfindet, von und mir ihr lebt, das hat der Schweizer bereits in jungen Jahren von seinem Vater gelernt. Und ob man nun in den Schweizer Bergen oder auf einer Insel im Nordpazifik auf sich allein gestellt ist, macht keinen so großen Unterschied. Von den Bären einmal abgesehen.
Faszinierende Tieraufnahmen
Neben seinen Forschungsergebnissen bringt David Bittner auch regelmäßig faszinierende Fotos und Filmaufnahmen mit nach Hause. Denn so nah wie er kommen Menschen den Kodiak-Bären selten. Oft sind die Tiere nur wenige Meter von ihm entfernt. Sie haben sich an ihn gewöhnt, empfinden seine Gegenwart nicht mehr als Bedrohung. Doch David Bittner weiß, dass sich dies jederzeit ändern kann. Sein Camp schützt er deshalb mit einem elektrischen Zaun. Auch wenn es ihm in der Seele wehtut wenn ein Bär sich auf der Suche nach Lebensmitteln einen elektrischen Schlag einfängt und den Schreck seines Lebens bekommt. Sicher ist sicher.
Weitere Informationen zu David Bittner finden Sie auf seiner Website: www.kodiak.ch.
Das Projekt von David Bittner wird von Kaikkialla mit Ausrüstung unterstützt.
